Einmal die größte der Welt

Das Fahrwasser vor Lista kann bei gutem Wetter einladend scheinen, aber der Leuchtturm sendet sein warnendes Blinklicht über eine der meist gefürchteten Küstenstrecken aus der Segelschiffszeit. Im Laufe des Herbstes 1781 strandeten insgesamt acht Schiffe. Erst im Jahre 1836 wurde die Strecke mit einem 34 Meter hohen Leuchtturm verbessert, aus Granit gebaut.

Nach und nach wurde es ein Problem, die verschiedenen Leuchtfeuer entlang der Küste voneinander zu unterscheiden. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden darum im Jahre 1853 noch zwei Leuchttürme auf Lista errichtet. Die Ordnung mit drei Leuchttürmen dauerte bis 1873, und in dieser Periode war die Leuchtturmstation Lista die größte der Welt.

Die drei Leuchttürme auf Lista standen in einem „stumpfen Triangel“ gegen die See. Alle wurden mit festem Licht installiert. Im Jahre 1873 führte die Leuchtturmtechnologie dazu, daß zwei von den Türmen überflüssig wurden. Der noch stehende Turm wurde dann mit einer modernen Linse ausgerüstet, die dem Leuchtturm Lista seinen eigenen Charakter gab, einen Blitz alle vier Sekunden.

Die zwei überflüssigen Türme auf Lista wurden demontiert. Der „Zwillingturm“ wurde demontiert und auf Halten nordwestlich von Trondheim mit einem neuen Linsenhaus wieder errichtet. Die Steinblöcke aus dem ältesten Turm machen große Teile der Mauer aus, die das

Leuchtturmgelände umgrenzt, während das Leuchthaus zum Leucthturm Svenner im Oslofjord überführt wurde.

Der Leuchtturm Lista hatte früher ein Nebelsignal und eine Signalstation (Semaphor), wo die Leuchtturmbediensteten Meldungen an die passierenden Schiffe senden konnten, indem sie verschiedene Flaggenkombinationen am Mast hissten. Außerdem waren die Nebelhornsignale mit einem Funksignal koordiniert, damit die Schiffe den Abstand zum Land berechnen konnten, durch den Zeitunterschied zwischen Funksignal und Nebelhornsignal.

In der flachen, eigenartige und reichen Kulturlandschaft auf Lista steht „Fyren“ (der Leuchtturm) als eine charakteristische Landmarke. Der Leuchtturm ist der einzige hohe Steinturm in der Region und ist selten in Beziehung auf die norwegische Leuchtturmgeschichte.

Die Wohnung des Leuchtturmwärters mit ihren Nebengebäuden ist unter den wenigen Gebäuden an den Leuchtturmstationen hier im Lande aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts und hat dadurch hohen Erhaltungswert. Im Jahre 1996 stellte der Reichsantiquar den Leuchtturm unter Denkmalschutz.

Die norwegische Küstenverwaltung ist der Grundbesitzer und trägt die übergeordnete Verantwortung für die ganze Gebäudemasse und den technischen Betrieb an der Leuchtturmstation.